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16.05.2012

Verleihung des ersten Kinderhospizsiegels in Deutschland


v.r.: Nicole Bracht-Bendt (Schirmherrin des Siegels), Olaf Seiche (TÜV Rheinland), Rüdiger Barth (Hospizleitung), Sabine Kraft (Bundesverband Kinderhospiz e.V.), Gero Gieseler (QM-Beauftragter des Kinderhospizes)

Erstmals in Deutschland wurde einem Kinderhospiz ein eigens entwickeltes Zertifikat für verlässliche Qualitätsstandards verliehen. Dafür wurde das Kinder- und Jugendhospiz Balthasar von einer Prüferin des TÜV Rheinland auf Herz und Nieren begutachtet. Die Schirmherrschaft über das Kinderhospizsiegel hat die FDP-Bundestagsabgeordnete und ehemalige Vorsitzende (bis April 2012) der interfraktionellen Kinderkommission des Deutschen Bundestages Nicole Bracht-Bendt übernommen.

Bereits im Jahr 2006 hatten sich Kinderhospize mit der Frage beschäftigt, wie einheitliche Qualitätsstandards für ihre komplexe und schwierige Arbeit formuliert werden könnten. Ein Arbeitskreis erfasste die Strukturdaten eines Kinderhospizes: mindestens acht Betten, palliativmedizinische Fachkräfte, Abschiedsbereich, umfassende Trauerbegleitung, Qualifizierung und fachliche Begleitung der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter sind einige Beispiele. Die Anforderungen wurden im Grundsatzpapier des Bundesverbands Kinderhospiz e.V. festgehalten.

Um verlässliche und transparente Qualität in der Kinderhospizarbeit sicherzustellen entstand die Idee, ein eigenes Siegel zu entwickeln. Mithilfe eines Beratungsunternehmens wurde gemeinsam ein Handbuch entwickelt, das als Muster für alle Kinderhospize dienen sollte. Es wurde im Jahr 2011 fertiggestellt und enthält die Beschreibung aller Abläufe in einem Kinderhospiz. Die Umsetzung dieser Prozesse entspricht einer DIN ISO Zertifizierung. „Das war uns aber nicht genug - wir wollten ein spezifischeres Siegel entwickeln“, sagt Sabine Kraft, Geschäftsführerin des Bundesverband Kinderhospiz e.V.. Also wurden gemeinsam definierte Strukturdaten in die Zertifizierung aufgenommen. „Wenn nun ein Kinderhospiz alle Prozesse des Handbuchs auf seine eigenen Prozesse übertragen hat, kann es eine Zertifizierung beantragen“, erklärt Kraft weiter. Durchgeführt wird die Zertifizierung  von TÜV Rheinland, Siegelverleiher ist der Bundesverband Kinderhospiz e.V.. Das Kinderhospizsiegel gilt für drei Jahre.

Eine speziell für den Pflegebereich qualifizierte Prüferin von TÜV Rheinland hat die Umsetzung der Anforderungen nun im Kinder- und Jugendhospiz Balthasar in Olpe überprüft. Zusätzlich wurde Balthasar selbst mit den Räumlichkeiten, den Angeboten und der Struktur des Hauses, sowie der personellen Ausstattung auf der Grundlage eines Fragebogens des Bundesverband Kinderhospiz e.V. beurteilt; somit steht das Siegel nicht nur für die Prozeß- sondern auch für die inhaltliche Qualität der Arbeit. Die Einrichtung erhielt jetzt als erstes Kinderhospiz das Siegel des Verbandes.

Balthasar-Leiter Rüdiger Barth: „Wir sind sehr stolz und glücklich, dass wir als erstes deutsches Kinderhospiz nun auch das erste sind, das dieses Qualitätssiegel erhält. Es ist eine Bestätigung unserer Arbeit und gibt unseren Familien noch mehr Sicherheit, hier gut aufgehoben zu sein. Und auch die Menschen, die Kinderhospize finanziell unterstützen erkennen an dem Siegel, dass ihre Hilfe wirklich im Sinne der betroffenen Familien eingesetzt wird.“

„Mit dem Zertifikat gibt der Bundesverband zukünftig den Familien erkrankter Kinder eine wichtige Orientierung zur Auswahl einer geeigneten Einrichtung“, fasst Sabine Kraft den Nutzen des Siegels zusammen.


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