Schützen, entlasten, Gesundheit fördern
Das zentrale Hitzeschutzkonzept für GFO-Einrichtungen ist zugleich gelebte Fürsorge
Olpe, 08. Juli 2026. Hohe Temperaturen und in Deutschland ungewohnte Hitzeperioden beeinflussen Gesundheit und Arbeitsabläufe. Dies gilt in besonderem Maße für Kliniken und Pflegeeinrichtungen, in denen vulnerable Gruppen versorgt werden. Auch die Tätigkeiten und das Wohlbefinden der Mitarbeitenden werden von Hitze spürbar beeinträchtigt. Die jüngsten Überschreitungen bislang gemessener Temperaturwerte haben – wie in vielen anderen Bereichen – auch in der GFO neue Aufgabenstellungen deutlich gemacht, die eine kontinuierliche Weiterentwicklung bestehender Konzepte erforderlich machen.
Die GFO hat bereits 2024 einen umfassenden Hitzeschutzplan etabliert, der Teil des für alle Einrichtungen im franziskanischen Verbund verpflichtenden Hygienehandbuches ist. Darüber hinaus verfügt die GFO mit dem Bereich Hygiene und Infektiologie über zentrale Strukturen zur Sicherung und qualitativen Weiterentwicklung dieser Themen. Die verantwortliche Leiterin und Chefärztin Dr. Edith Fischnaller ist zudem Umweltmedizinerin. Dies gewährleistet eine hohe fachliche Kompetenz im Verbund, die den einzelnen Einrichtungen und den Mitarbeitenden als jederzeit verfügbare Expertise konkret zugutekommt.
Der Hitzeschutzplan orientiert sich unter anderem an den Empfehlungen des Bundesgesundheitsministeriums sowie an der Arbeitshilfe für Krankenhäuser des Landes NRW. Ergänzend enthält er spezifische und individualisierte Vorgaben für die einzelnen Einrichtungen im Verbund.
Hitze, insbesondere über längere Zeiträume hinweg, hat direkte Auswirkungen auf den menschlichen Organismus. Besonders betroffen sind ältere Menschen, Menschen mit Vorerkrankungen, Schwangere sowie Patientinnen und Patienten mit bestimmten Krankheitsbildern. Im Ruhezustand liegt die Körperkerntemperatur eines Menschen bei etwa 36,5°C. Durch körpereigene Mechanismen der Thermoregulation werden Temperaturschwankungen normalerweise ausgeglichen. Langanhaltende Hitzeperioden belasten jedoch insbesondere das Herz-Kreislauf-System. Steigt die Körpertemperatur über 42°C oder sinkt sie unter 32°C, kann dies lebensbedrohlich sein. Um Organschäden zu vermeiden, aktiviert der Körper seine Kühlung, indem er vermehrt Flüssigkeit und Salze über Schweiß abgibt. Entsprechend wichtig ist es, auch die Umgebung so gut wie möglich zu kühlen.
Hitzeschutz in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen umfasst daher eine breite Palette an Maßnahmen. Einige sind kurzfristig während einer Hitzeperiode umzusetzen, andere verfolgen eine langfristige strategische Linie. Letzteres betrifft insbesondere bauliche Voraussetzungen wie Klimaanlagen, mechanische Verschattungen oder Grünanlagen. Diese Aspekte berücksichtigt die GFO im Rahmen von Modernisierungen, energetischen Sanierungen sowie bei An-, Um- oder Neubauten – soweit dies möglich und finanzierbar ist. Vor dem Hintergrund der angespannten Finanzierungssituation im Krankenhaussektor stellt dies bundesweit eine große Herausforderung dar und ist in der Regel langfristig angelegt. Gleichzeitig sind bereits heute in besonders sensiblen Bereichen wie Operationssälen und Intensivstationen punktuell Klimaanlagen im Einsatz.
Die akuten Maßnahmen bei anhaltender Hitze richten sich nach den jeweiligen baulichen und technischen Gegebenheiten sowie nach den Bedürfnissen der versorgten Menschen. So haben Intensivpatientinnen und -patienten andere Anforderungen als Patientinnen und Patienten kurz vor der Entlassung. Unterstützend stehen unter anderem Informationsmaterialien wie ein Flyer zum Thema „Operation im Sommer“ zur Verfügung. Auch Mitarbeitende werden durch Handreichungen zu hitzebedingten Erkrankungen und entsprechenden Erste-Hilfe-Maßnahmen unterstützt.
Vor dem Hintergrund neuer Temperaturentwicklungen hat die GFO zudem eine bereichsübergreifende Task Force eingerichtet. In enger Zusammenarbeit von Hygiene, Servicekräften und zentraler Bauabteilung werden aktuelle Herausforderungen systematisch bewertet und mit hoher Priorität umgesetzt. Dazu gehört auch die gezielte Prüfung und Aktivierung geeigneter Bereiche als zusätzliche Erholungs- und Rückzugsorte während besonderer Hitzeperioden.
Grundsätzlich gilt: In einem Krankenhaus lassen sich heute wie auch künftig keine langfristigen strukturellen Anpassungen wie etwa feste Siesta-Zeiten realisieren. Gleichwohl werden solche Ansätze dort, wo es organisatorisch möglich erscheint, geprüft und diskutiert. Parallel dazu zeigen sich auch kleinere, unmittelbare Maßnahmen als wirksam und wertvoll im Alltag: Dazu zählen etwa die Verteilung von Eis an Mitarbeitende oder die jederzeit freie Verfügbarkeit von Mineralwasser – einfache, aber wichtige Beiträge zur Entlastung.
Zu den zentralen Maßnahmen, die in den Einrichtungen der GFO – angepasst an die jeweiligen Gegebenheiten vor Ort – umgesetzt werden, zählen unter anderem:
- Messung und Dokumentation von Temperatur und Luftfeuchtigkeit in Innenräumen.
- Regelmäßige Schulungen der Mitarbeitenden.
- Einsatz von Kühlwesten und kühlenden Halstüchern.
- Nutzung von Ventilatoren unter Beachtung der Hygienevorgaben.
- Anpassung von Speisen und Getränken in Zusammenarbeit mit dem Küchenpersonal, mit Fokus auf wasserreiche, leichte und über den Tag verteilte Mahlzeiten.
- Einrichtung von Kühlzonen und Erholungsbereichen.
- Schaffung von Verdunkelungsmöglichkeiten.
- Verwendung leichter Bettwäsche.
- Temperaturgerechte Lagerung von Medikamenten in geeigneten, gekühlten Räumen.
- Prüfung von Medikamenten im Hinblick auf hitzebedingte Nebenwirkungen und Sonnenexposition.
- Lüften in den kühleren Morgen- und Nachtstunden.
- Reduzierung von Wärmequellen.
- Anpassung pflegerischer Abläufe wie Mobilisierung oder Physiotherapie an die Witterungsbedingungen.
Zusammenfassend betont Chefärztin Dr. Edith Fischnaller: „An heißen Tagen ist Hitzeschutz mehr als eine organisatorische Maßnahme – er ist gelebte Fürsorge. Wir tragen Verantwortung dafür, dass sich unsere Patientinnen und Patienten sowie unsere Bewohnerinnen und Bewohner sicher versorgt fühlen und unsere Mitarbeitenden unter guten Bedingungen arbeiten können. Deshalb schaffen wir Rahmenbedingungen, die schützen, entlasten und Gesundheit fördern.“
