13.06.2017

Neuer Jugendhilfe-Standort in Bornheim-Merten


Markus Feldmann (Mitte) und Schwester Mediatrix (hinten 3. von rechts) freuten sich gemeinsam mit den Einrichtungs- und Standortleitungen und Schwestern sowie Bürgermeister Wolfgang Henseler (hinten 2. von rechts) und Pfarrer Norbert Prümm (4. von rechts) den neuen Jugendhilfestandort in Merten offiziell eröffnen zu dürfen.

Schwester Mediatrix Nies, Vorstandsvorsitzende der Maria Theresia Bonzel-Stiftung, hält eine der Festreden.

Markus Feldmann mit Reinhard Geuecke und Matthias Hasenbach (Josefshaus) sowie Annette Sawitza und Katharina Halbe (Mutter-Kind-Haus Aline) im Interview.

Seit letztem Sommer ist in dem Gebäude des ehemaligen Klosters in Bornheim-Merten viel passiert. Eine Wohngruppe des Josefshaus für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und das Mutter-Kind-Haus Aline sind eingezogen. Der neue Jugendhilfe Standort der Gemeinnützigen Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe mbH (GFO) wurde feierlich eröffnet.

Der GFO, Träger des ehemaligen Krankenhauses „Zur Heiligen Familie“, war es wichtig, das Gebäude weiter zu betreiben, um dort bedarfsgerechte, karitative Angebote für unterschiedliche Zielgruppen unterzubringen. Zwei Einrichtungen der GFO haben ihren Standort erweitert und bringen nach einer Umbauphase Leben in das alte Kloster.

Bereits vor zwei Jahren fand die Idee, ein Mutter-Kind-Haus und somit einen neuen Jugendhilfe-Standort im Klostergarten zu eröffnen, großen Anklang bei der Stadt Bornheim. Kurz nach den ersten Gesprächen reagierte die GFO auf die fehlenden Unterkünfte für junge Flüchtlinge und schaffte ein Angebot des Jugendwohnens im Rhein-Sieg-Kreis. Durch gegenseitiges Interesse und Vertrauen in den Planungsphasen, wird nun die gute Zusammenarbeit zwischen der Stadt und dem erfahrenen Kinder- und Jugendhilfeträger auch in der Praxis fortgeführt.

Das Mutter-Kind-Aline begleitet seit 20 Jahren schwangere Frauen und ihre Kindern auf dem Weg in ein selbstständiges Leben. Die Nachricht einer Schwangerschaft bedeutet für junge Frauen nicht immer nur freudiges Glück. Sie bedeutet auch, von nun an die Verantwortung für das Leben eines anderen Menschen in den eigenen Händen zu tragen. Nicht jede junge Mutter ist aus eigener Kraft dazu in der Lage. Hier werden Jugendämter tätig und beraten über mögliche Hilfen. Das Mutter-Kind-Haus Aline hat jetzt den Sprung ins Rheinland gewagt. Seit Anfang des Jahres finden in Merten 17 Mütter mit ihren Kindern ein vorübergehendes Zuhause auf Zeit. Jede kleine Familie hat ihre Privatsphäre. 12 Appartements und eine Wohngruppe für 5 Mütter und deren Kinder bieten Raum für Geborgenheit und ermöglichen Verantwortung für sich und die Kinder zu übernehmen.

Auf über 150 Jahre Erfahrung mit Kindern und Jugendlichen kann das Josefshaus zurückblicken. Von Anfang an war es Aufgabe, Kindern einen Ort zu geben, an dem sie beschützt aufwachsen können. Das Josefshaus gibt den Kindern und Jugendlichen einen Lebensraum, in dem sie Sicherheit, Vertrauen und Verlässlichkeit finden und der ihnen Wachstum und Entwicklung ermöglicht.

Mit der Eröffnung der Wohngruppe „Jonas“ im Juli 2016 für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge verfolgt das Josefshaus jetzt auch in Bornheim dieses Ziel. Neun Jugendlichen wird bei der Integration und Verselbstständigung geholfen. Jedem steht ein Einzelzimmer zur Verfügung.

Der erste Jugendhilfe Standort der GFO im Rheinland wurde offiziell eröffnet. Zahlreiche Vertreter der Stadt, der Fachöffentlichkeit, des Ordens, der Jugendhilfeeinrichtungen aus Olpe wie auch Mitarbeiter des Trägers folgten der Einladung. Nach den Begrüßungsworten von GFO-Geschäftsführer Markus Feldmann und der Stiftungsvorsitzende Sr. Mediatrix Nies, hatte Bürgermeister Wolfgang Henseler das Wort. Auch er ist glücklich über die Entwicklungen am Standort. Juliane Basile (Mutter-Kind-Haus Aline) und Matthias Hasenbach (Wohngruppe Jonas) wurden als Standortleitungen vorgestellt. Auch die beiden Einrichtungsleitungen Annette Sawitza (Mutter-Kind-Haus Aline) und Reinhard Geuecke (Josefshaus) sind froh über die Erweiterung und begrüßen insgesamt 40 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihren Teams. Nach der Einsegnung der neuen Räumlichkeiten durch Pfarrer Norbert Prümm, konnten sich die Gäste davon überzeugen, dass das großzügige Raumangebot bestens genutzt wird.

Eingebettet in den Klostergarten sind weiterhin das Seniorenzentrum St. Elisabeth, der Paulinen-Hof - Service Wohnen, die Lazarus-Kita im Alten Kloster, die Wohngruppe „Gemeinsam Wohnen im Klostergarten“, das Theater im Klostergarten Bornheim e.V. sowie der SSV Merten.

Alle Familien und Interessierte sind herzlich zum Standortfest des Klostergarten Merten am 24. Juni 2017, ab 11 Uhr eingeladen. Ein „Jahrmarkt der Sinne“ mit einem Tag der offenen Türen erwartet die Besucher.